Der Königlich Sächsische Kommerzienrat Carl Ernst Mey war Unternehmer in Paris und Leipzig.
Nach einer Banklehre, die er 1859-1863 in Annaberg absolvierte, arbeitete er 1864 im Leipziger Bankhaus Becker & Co. Die Jahre 1865 bis 1867 verbrachte er zur Erweiterung seines kaufmännischen Wissens in London und Paris.
Im Jahr 1867 erwarb Mey in Paris ein US-amerikanisches Patent für Papierkragen und Papiermanschetten sowie das Geschäft der bisherigen Inhaberin, der Fa. »Gray's American Mouled Paper Collar Co.« und gründete eine eigene Firma. Im Jahr 1868 nahm er Bernhard Edlich als Teilhaber auf; seitdem firmierte das Geschäft als Firma »Mey & Edlich«.
Im Jahr 1869 verlegte Mey die Firma von Paris in die Gemeinde Plagwitz westlich von Leipzig.
Als Mitglied des Plagwitzer Gemeinderates unterstützte Mey den Bau der Heilandskirche.
E. Mey und seine Frau Emma hatten eine Tochter (Anna) und einen Sohn (Bernhard).
Im Jahr 1884 begann Mey zusätzlich mit der Produktion von Celluloid-Waren in Schleußig. Aus dieser Unternehmung entstand später die »Deutsche Celluloidfabrik AG«.
Mit der Herausgabe der ersten illustrierten Waren-Kataloge im Jahr 1886 gilt E. Mey als Begründer des deutschen Versandgeschäftes. Außerdem gründete er Niederlassungen in Leipzig, Berlin, Hamburg, London und Zürich.
Im Jahr 1888 wurde in Plagwitz die bisherige Elsterstraße, in der die Fabriken Meys lagen, nach dem gerade 44jährigen umbenannt (Ernst-Mey-Straße).
Im Jahr 1897 wurde Mey zum Königlich Sächsischen Kommerzienrat ernannt, nachdem er schon seit 1881 Hoflieferant war.
Am 30.01.1903 starb E. Mey im Alter von 59 Jahren in Plagwitz. Er wurde auf dem Friedhof Plagwitz begraben. Sein großartiges, sehenswertes Grabmal schuf der Leipziger Bildhauer Prof. A. Lehnert (1862-1948).
Am 03.06.1903 übergaben seine Witwe und seine Kinder dem Armenamt der Stadt Leipzig ein Kapital in Höhe von 20.000 Goldmark zu einer Ernst-Mey-Stiftung (Urkunde vom 20.07.1903, rechtsfähig mit Verordnung vom 07.08.1903). Deren Zinsen sind zur Hälfte an Arme in Plagwitz und zur anderen Hälfte an Arme im übrigen Leipzig zu verteilen.