Loest, Erich

* 24.02.1926 Mittweida; † 12.09.2013 Leipzig

Dr. h.c. Erich Loest (Pseudonyme: Bernd Diksen, Waldemar Naß und Hans Walldorf) ist Schriftsteller und Verleger. Seit 1996 ist er Ehrenbürger der Stadt Leipzig.

E. Loest wurde am 24.02.1926 im sächsischen Mittweida geboren. Er arbeitete zunächst in der Landwirtschaft, in den Leuna-Werken sowie als Volontär in Rochlitz.

Im Jahr 1948 kam er nach Leipzig, wo er bis 1950 Hilfsredakteur der Leipziger Volkszeitung war und seitdem freischaffend als Schriftsteller wirkte. Im Jahr 1952 wurde er Bezirksvorsitzender des Schriftstellerverbandes der DDR; nach dem 17.06.1953 wurde er aber aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen.

In seinen frühen Werken beschäftigte sich E. Loest vor allem mit der faschistischen Vergangenheit Deutschlands (»Jungen, die übrigblieben«, 1950; »Hitlers Befehl«, 1956; »Aktion Bumerang«, 1957) und mit der sozialistischen Gegenwart der DDR (»Sportgeschichten«, 1953; »Das Jahr der Prüfung«, 1955).

Im Jahr 1955 begann E. Loest ein Studium am Institut für Literatur in Leipzig.

Im Jahr 1957 wurde E. Loest verhaftet und wegen »konterrevolutionärer Gruppenbildung« zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Von 1957 bis 1964 war er im Zuchthaus Bautzen II inhaftiert. Seine Hafterfahrung verarbeitete er in dem Roman »Schattenboxen« (1973).

Nach seiner Entlassung griff E. Loest thematisch erneut die Auseinandersetzung mit dem Faschismus auf (»Waldemar Naß: Ich war Dr. Ley«, 1966; »Der Abhang«, 1968) und widmete sich dem sozialistischen Alltag in der DDR (»Der elfte Mann«, 1969; »Ins offene Messer«, 1974; »Es geht seinen Gang oder Mühen der Ebene«, 1978). Er veröffentlichte in dieser Zeit auch mehrere Kriminalromane, u.a. »Der grüne Zettel« (1967), »Der Mörder saß im Wembley-Stadion« (1967) und »Waffenkarussell« (1968).

Im März 1981 verließ E. Loest die DDR und siedelte in die BRD über. In der Folgezeit entstanden das Essay »Der vierte Zensor« (1984) und die Romane »Die Mäuse des Dr. Ley« (1984), »Völkerschlachtdenkmal« (1984), »Zwiebelmuster« (1985), »Froschkonzert« (1987) und »Fallhöhe« (1989).

Im Jahr 1992 wurde E. Loest mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt. Außerdem wurde er 1992 Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Mittweida.

Seit 1994 setzt sich E. Loest in einer »Polen-Initiative« für einen verstärkten literarischen Austausch zwischen Deutschland und Polen ein.

Kurz vor seinem 70. Geburtstag wurde E. Loest am 22.02.1996 zum Ehrenbürger der Stadt Leipzig ernannt.

Im Jahr 1998 kehrte E. Loest wieder nach Leipzig zurück. Er wohnt und arbeitet seitdem in Gohlis-Süd.

Im Jahr 2001 ernannte ihn die Universität Chemnitz zum Dr. h.c.

Erich Loest nahm sich am 12.09.2013 im Alter von 87 Jahren das Leben.

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Quellen

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