Brandt, Willy

* 18.12.1913 Lübeck; gestorben08.10.1992 Unkel / Rhein

Willy Brandt war Journalist, SPD-Politiker und deutscher Staats­mann.

Er wurde am 18.12.1913 in Lübeck als Herbert Ernst Karl Frahm geboren.

Im Jahr 1930 wurde H. Frahm Mitglied der SPD, die er 1931 verließ, um in die Sozialistische Arbeiter­partei (SAP) einzutreten. Im Jahr 1932 machte er in Lübeck das Abitur.

Nach der Macht­ergreifung der National­sozialisten 1933 emigrierte er nach Norwegen. Hier lebte er seit 1934 unter dem Deck­namen »Willy Brandt«.

Nach seiner Ausbürgerung im Jahr 1938 wurde er im August 1940 norwegischer Staats­bürger. Seit 1940 lebte er, von den deutschen Besatzern Norwegens verhaftet, aber dank norwegischer Uniform unerkannt wieder frei­gelassen, im schwedischen Stockholm.

Nach Kriegsende arbeitete H. Frahm als Korrespondent für verschiedene skandinavische Zeitungen wieder in Deutschland. Im Jahr 1948 erhielt er die deutsche Staats­bürgerschaft, im Jahr 1949 änderte er seinen Namen offiziell in Willy Brandt.

Im Jahr 1949 wurde W. Brandt Abgeordneter des Bundes­tages für die SPD. Von 1957 bis 1966 war er Regierender Bürger­meister von Berlin (West). Von 1966 bis 1969 war er Bundes­minister des Auswärtigen, von 1969 bis 1974 Bundes­kanzler. Seine »Ostpolitik« führte zur Normalisierung der politischen Beziehungen zwischen der Bundes­republik Deutschland einerseits und Polen, der Sowjet­union, der ČSSR und der DDR auf der anderen Seite. Am 10.12.1971 erhielt er für sein Eintreten für Entspannung im Kalten Krieg den Friedens­nobelpreis.

Am 07.05.1974 trat W. Brandt nach der Enttarnung seines persönlichen Referenten Günther Guillaume (1927-1995) als DDR-Agent vom Amt des Bundes­kanzlers zurück.

Von 1976 bis 1992 war W. Brandt Präsident der Sozialistischen Internationale, von 1979 bis 1983 Mitglied des Europäischen Parlaments.

Von 1964 bis 1987 war er Bundes­vorsitzender der SPD, seit 1987 deren Ehren­vorsitzender. Er war Ehren­bürger der Städte Lübeck und Berlin.

Willy Brandt starb am 08.10.1992 im Alter von 78 Jahren in Unkel. Er wurde auf dem Wald­friedhof Potsdamer Chaussee in Berlin-Zehlendorf beigesetzt.

Im Jahr 1993 erhielt ein zentraler Platz in Leipzig anlässlich Brandts 80. Geburts­tages den Namen Willy-Brandt-Platz.

Quellen

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