Die Leipziger Nikolaikirche ist das Gotteshaus der
evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde
St. Nikolai-St. Johannis. Sie befindet sich auf dem
Nikolaikirchhof
in der östlichen Innenstadt, vgl.
Stadtplan bei LVZ-Online
.
Die Kirche hat einen 63 m hohen Turm.
Die Kirche wurde im Jahr 1176 durch den Markgrafen von Meißen Otto (»dem Reichen«, 1125-1190) als zweite Stadtkirche Leipzigs (nach der älteren Thomaskirche) gegründet und dem Heiligen Nikolaus, Bischof von Myra, geweiht. Aus dieser Zeit ist noch das romanische Westwerk erhalten. Im Jahr 1213 wurde die Stadtkirche St. Nicolai vom Markgrafen von Meißen Dietrich (»dem Bedrängten«, 1162-1221) dem von ihm gestifteten Thomaskloster übertragen.
In den Jahren 1513 bis 1525 wurde sie zur spätgotischen Hallenkirche umgebaut, aus dem Jahr 1521 stammt die Lutherkanzel. Der Neubau wurde am 31.05.1525 durch den Bischof von Merseburg Adolf (1458-1526) geweiht. Seit der Reformation im Jahr 1539 wird die Kirche als evangelisch-lutherische Nikolaikirche genutzt.
Im Jahr 1555 wurde unter Leitung von
H. Lotter
(1497-1580) der Mittelturm auf der Westseite der Kirche durch
P. Speck
(
1557) erhöht.
Weitere Bauarbeiten fanden 1580, 1610 und 1678 statt.
Am 07.02.1723 legte J. S. Bach (1685-1750) in der Nikolaikirche die Kantoratsprobe vor dem Leipziger Rat ab. Dabei führte er u.a. seine beiden Kantaten BWV 22 und BWV 23 auf.
In den Jahren 1730 bis 1734 erhielt der Turm durch M. Senckeisen (1652?-1742) seine barocke Haube.
Am 17.04.1785 begann die Erneuerung des Innenraums im frühklassizistischen Stil durch J. C. F. Dauthe (1746-1816), die bis 1796 dauerte. Der Leipziger Maler und Bildhauer A. F. Oeser (1717-1799) schuf dreißig Wandmalereien, die sich in den Vorhallen und im Altarraum befinden. In dieser Zeit wurde auch die 1789-1791 von den Brüdern Trampeli in Adorf angefertige Orgel eingebaut.
Ein kleinerer Stundenglocken-Turm wurde 1822 abgebrochen.
In der Kirche befindet sich eine 1858-1862 von F. Ladegast (Weißenfels) gebaute romantische Orgel.
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